Geschichte des Gebiets Kleinlaupheim

Archivalie des Monats August 2025

Kleinlaupheim gilt als die ursprüngliche Siedlung von Laupheim. Die heutige Bundesstraße 30, die vom Bodensee bis nördlich von Laupheim verläuft, entspricht im Wesentlichen einer römischen Militärstraße, die im Mittelalter als eine der wichtigsten Straßen der Region von großer Bedeutung war. Dieser Weg gabelte sich in der Nähe des heutigen Schlosses Klein-Laupheim und der Rottum.


Laupheim um 1860 von Kleinlaupheim aus gesehen


Die Römer waren wahrscheinlich häufig in der Laupheimer Region, was durch Entdeckungen römischer Münzen sowie durch im Rathaus von Baustetten ausgestellte Überreste von Waffen und Werkzeugen belegt wird. Dennoch fehlt ein schriftlicher Nachweis aus dieser Zeit.


 

In der Umgebung von Kleinlaupheim gefundene römische Münzen


Um das Jahr 260 drangen die Alemannen von der Elbe über den Main bis ins Laupheimer Oberland vor, trieben die Römer zurück und vertrieben sie aus dem Gebiet. Es war unvermeidlich, dass ein so wichtiger Standort wie die Anhöhe über der Rottumfurt neue Siedler anzog, insbesondere da das fruchtbare Ackerland südlich davon wahrscheinlich von den vorherigen Bewohnern urbar gemacht worden war. Die vorhandene Straße allein dürfte der Grund gewesen sein, warum trotz der erheblichen Geländehindernisse an den Seiten hier “auf dem Berg” die Siedlung entstand, die später den Namen Kleinlaupheim erhielt, nachdem die jüngere Schwestersiedlung am Ufer des Laubach sie in Bedeutung überflügelte. Die Alemannen wählten den Ort des heutigen Kleinlaupheims bald als Thingstätte des Rammagau und Sitz eines Hundertschaftsführers.


Kleinlaupheim am Ufer der Rottum, Zeichnung von Vinzenz Bräucherle aus Schussenried 1798


Im 12. Jahrhundert wurden die ersten Ortsadligen erwähnt, und es wurde von einer Burg (an der Stelle des späteren Schlosses Großlaupheim) berichtet, die auf einer Verkaufsurkunde als an die Habsburger verkauft vermerkt war. Vereinfacht kann man sagen: “Laupheim wurde an Österreich verkauft und stand nun unter österreichischer Herrschaft. Daran änderte sich in der Folgezeit wenig. Österreich blieb knapp 500 Jahre lang der Oberlehnsherr von Laupheim und belehnte Adelsfamilien mit dem Ort.”

 

Nach der Zerstörung der Burg im Bauernkrieg wurde die Schlossanlage auch im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) stark beschädigt. Im Jahr 1634 plünderten und brandschatzten schwedische Truppen den Ort.

Im Jahr 1621 teilte Carl von Welden seinen Besitz in Klein- und Großlaupheim zu Gunsten seiner Söhne, die sich in einem Erbstreit befanden, auf. Dies erschwerte erheblich jegliche Investitionen in das bereits verschuldete Lehen. Eine Folge war die Erhöhung der Fronpflicht auf den herrschaftlichen Äckern, Wiesen und bei Bauarbeiten. Erst 1680 wurden am Schloss Erneuerungen und Umbauten eingeleitet, nachdem größere Streitigkeiten über die geforderten Fronen beigelegt worden waren. Der Ort (beide Teile) hatte infolge des Krieges zwei Drittel seiner Bevölkerung verloren. Von wirtschaftlicher Not, Hunger und Seuchen erholten sich die Laupheimer, wie das gesamte Umland und alle vom Krieg betroffenen Gebiete, nur sehr langsam.

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Laupheims Schlösser


Das Schloss Kleinlaupheim. Es diente nach der Gründung des Königreich Württembergs Jahrzehnte lang als Amtsgericht und beherbergt heute die Polizei


Die Darstellung des Ortsbildes von 1630 in der Marienkapelle zeigt an der Stelle des späteren Schlosses einen mächtigen Gutshof mit hufeisenförmigem Grundriss, erhöhtem Mittelbau und großer Rundbogen-Durchfahrt.


Das Ortsbild von 1630 in der Marienkapelle