Es weichnachtet sehr in Laupheim. Nachdem der Weihnachtsmarkt am Schloss Großlaupheim Ende November die Laupheimer schon in die perfekte Weihnachtsstimmung brachte, werden jetzt fleißig die Weihnachtsbäume verkauft. Im Archiv gibt es zum Thema Weihnachtsbäume eine schöne Geschichte die von Hans-Peter „Morri“ Rieger erzählt wurde- allerdings nur im schwäbischen Original wie er sie wiedergegeben hat. Diese wurde für diesem Bericht extra ins Hochdeutsche übersetzt. Wer schwäbisch lernen will, hat hier beide Versionen als eine kleine Übung.
In der Weihnachtszeit kommt dem Bäckermeister Robert Baumgärtner immer wieder ein Gedanke: „Jetzt geht der Bethlehem-Terror wieder los …“, sagt er dann jedes Mal. Sein Jahrgangskollege Morri und er haben sich ständig gegenseitig aufgezogen – wo immer es nur ging. So haben sie zum Beispiel einmal gewettet, dass Morri beim Hasagassbeck als Weihnachtsengel ins Schaufenster hineinhockt. Natürlich hat sich Morri nicht lumpen lassen und hat als lebendiger Engel Aloisius das Schaufenster geschmückt.
Auch die Geschichte mit den Weihnachtsbäumen fällt einem wieder ein: Das war kurz vor Weihnachten, als Morri in der „Schwäbischen Zeitung“ eine Anzeige aufgegeben hatte. In der Silvesterausgabe konnten die Leute dann Folgendes lesen:
„Suche für meine hochmoderne Räucherkammer gut benadelte, gebrauchte Weihnachtsbäume – zu Tageshöchstpreisen.“
Die Ersten, die auf den Marktplatz hinaufgeschnauft kamen und einen langen Weihnachtsbaum die Hasagasse hochgeschleift haben, das waren die beiden Söhne des evangelischen Pfarrers. Und so ging das den ganzen Tag weiter. Am Abend war der Hof der Familie Baumgärtner voller Weihnachtsbäume. Und das Telefon hat den ganzen Tag geklingelt. Am Ende war Robert so genervt, dass er nur noch seine „Laugenbrezel-Prinzessin“, die Lieselbeth, ans Telefon geschickt hat.
Mit der Zeit sind die zwei dann schon dahintergekommen, wer diese Geschichte angezettelt hatte, und sie haben alle Leute, die mit ihren vertrockneten Weihnachtsbäumen ankamen, zu Morri rübergeschickt. Der konnte die Stangen dann wenigstens in seiner Sauna verheizen.
Aber jetzt kommt der Gipfel: Brehm, der Weihnachtsbaumhändler aus Bihl, hat die Anzeige auch ernst genommen, ist beim Hasagassbeck vorbeigegangen und hat gesagt:
„Du Robert, ich hätte noch einen ganzen Wagen voll Weihnachtsbäume, die ich vor Weihnachten nicht mehr losgebracht habe. Würdest du die nehmen?“
Da hat der Ratzabeck geantwortet:
„Die nehm ich! Aber wenn auch nur eine Nadel fehlt, dann kannst du sie wieder abholen!“
En dr Weihnachtszeit kommt oim ämel dr Bäckermoister Robert Bumgärtner en Senn: Jetz goht wieder dr Bethlehem-Terror los…“, hot er ällamol gsait. Sei Johrgänger Morri ond er, dia hand anand ällaweil trätzt, wo´s bloß anga isch. So hand se beispielsweis almol gwettet, dass dr Morri beim Hassgassbeck als Weihnachtsengel ens Schaufenstr nei hocket. Nadierle hot sich dr Morri it lompa lau ond hot als leabinger Engel Aloisus des Fenschtr geschmückt.
Au dia Gschicht mit dene Christbäum fällt oim ei: ´s isch kurz noch Weihnächta gwea, wo dr Morri a Azoig bei dr „Schwäbischa Zeidong“ aufgea hot. En dr Silvestr-Ausgab hand d´Leit sellamol leasa könna:
„Such für meine hochmoderne Räucherkammer gut behandelte gebrauchte Christbäume zu Tageshöchtspreisen“
De erscte wo da Marktplatz naufgschaufet sand ond en langa Chrischtbaum d´Hasagass naufgschoift hand, sand am evangelischa Pfarrer seine zwoi Buba gwea. Ond so isch da ganza Dag weiter ganga. Am Obend isch dr Hof von dr Familie Baumgärtner vola Christbäum gschtragget. Ond ´s Telefo hot gschellet, da ganza Dag. Am End isch dr. Robert so narret gwea, dass er bloß no sei „Laugabrezga-Prinzessin“, sei Liesabeth ans Telefo gschick hot.
Mit dr Zeit sand dia zwoi scho druffkomma, wer dia Gschicht verboozget hot ond se hand älle Leit, wo mit ihre verdirrede Weihnachtsbäum akomma sand, zom Morri nagschickt. Der hot dia Storra kenna wenigschtens en seiner Sauna verbrenna.
Aber jetz kommt no dr Gipfel: Dr Brehm, dr Chrischtbaumhändler von Bihl hot dia Azoig au ernscht gniommam hot da Hasagassbeck aglitta ond gsait: „Du Robert, i hätt no en ganza Brugggwaga voll Chrischtbäum, wi i vor Weihnächta nemme losbrocht hau. Dätsch dia nomma?“
Noch hot dr. Ratzabeck debert :
“ Dis nomme! Aber wenn oi Nodel fehlt, noch kasch´s wieder holla“